Woolrich: Qualitätsmode für den Outdoorbereich
Wer seine Firmen-Vita auf das Jahr 1830 zurückführen kann und heute mit einer durchgängig eigenständigen Herbst/Winter 2011/2012 Bekleidungskollektion aufwartet, der ist im Sinne des Wortes “bei der Stange geblieben”. Ein Paradebeispiel für so viel Kontinuität ist Woolrich. Die Unternehmensgeschichte beginnt mit dem englischen Einwanderer John Rich, der sich im US-Bundesstaat Pennsylvania ansiedelte. Für die Spinnräder seiner Wollspinnerei suchte Jungunternehmer einen Standort am Fluss, denn die Spinnmaschinen wurden von Wasserrädern angetrieben. Der Bau der amerikanische Eisenbahnlinie brachte Kunden. Rich erwarb sich mit robuster Kleidung aus selbst gewebten Stoffen – Flanellhemden, Wollpullovern, Parkas – einen guten Ruf. Zur Jahrhundertwende kannte Amerika das Woolrich-Label.
Woolrich nutzte die enormen Möglichkeiten, die das sich dynamisch entwickelnde Amerika einem Bekleidungsunternehmen seines Profils bot. Man blieb bodenständig beim Design und der legendären Qualität der Marke und erweiterte gleichzeitig seine Kollektionen. Der Reißverschluss setzte neue Akzente und beeinflusste das Design der Männerhosen. Woolrich Jacken in der typischen, rot-schwarzen Karostruktur, gut geschnittene Wohlfühl-Hemden aus Flanell und die zum Outfit zählenden Trapper-Mützen mit Fellbesatz prägten Szene wie Straßenbild. Bis heute gelten sie als Woolrich Markenzeichen.
Zu den Eisenbahnpionieren, Waldarbeitern, Anglern, Trappern und Jägern stießen in den 1920er Jahren die amerikanischen Stadtbewohner auf ihrer Suche nach Freizeitbekleidung. Bei Woolrich wurden sie fündig, was noch nicht erfunden war, dem hauchten die Designer spezifisches Leben ein. So entstand eine Bademoden-Kollektion, die Golfhose und – im Zeichen des Automobils – eine Kollektion an “Throws”, wie der Amerikaner die als Überwurf geeigneten Wolldecken nennt. Die Marktstellung als Bekleidungspionier ereilt Woolrich erneut, als die US-Regierung ihre Antarktis-Expedition mit warmer, wetterfester Kleidung ausstatten lässt: ein Fall für Woolrich. Auch die US-Armee im Zweiten Weltkrieg partizipierte vom Know-how, bewegte sich in Uniformen und schlief unter warmen Decken des Ausstatters aus Pennsylvania. Mehr Infos bei Sexiest-Woman-Alive.de
Die vollständige Wende, weg von der Arbeitskleidung, hin zu funktionalen Outdoor Bekleidungskollektionen für die vier Jahreszeiten vollzog Woolrich ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Studenten an den US-Colleges fühlten sich gut und stylish “angezogen” und gaben der Marke neues Profil. Die Designer nutzten neu zur Verfügung stehende, synthetische Materialien zur Kombination traditioneller und neuer Materialeigenschaften im Materialmix. Aber auch Naturmaterialien wie Daunenfedern bereicherten die Outdoor Kollektionen für kalte Tage ab den 1970er Jahren.
Die trendige, durch höchsten Tragekomfort charakterisierte Produktlinie wird im gehobenen Einzelhandel verkauft. Jacken, Parkas, Mäntel, Hosen und Schuhe für Damen und Herren, aber auch die warme Wolldecke finden sich im Angebot – und natürlich die kultige “Arctic Parka” mit Kaninchenfellbesatz an der Kapuze.
